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| Pioniere im Sand |
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Nackter Sand ist oberflächlich betrachtet ein extrem lebensfeindliches Substrat. Pflanzen, die solche Standorte als erste besiedeln, müssen Wärme und Trockenheit ertragen können, sie müssen mit sehr wenig Nährstoffen und mit dem trockenen Sand zurechtkommen, der vom kleinsten Windhauch verweht wird. Sie besitzen spezielle Anpassungen. Die Pionierpflanzen auf Sand sind generell sehr klein und wachsen nur langsam. Ihre Haupt-Wachstumszeit ist im Frühjahr, wenn sich die Feuchtigkeit etwas länger im Boden hält. Im Sommer haben viele dieser Pflanzen ihre Entwicklung bereits abgeschlossen und sind wieder vertrocknet. Sie weichen so der sommerlichen Dürreperiode aus. Um die Wasserverdunstung so niedrig wie möglich zu halten, haben sie in der Regel nur sehr kleine oder fleischige Blätter.
Sandsegge (© Peter Rüther, Biologische Station Senne) Die Blätter des Frühlings-Spörgels, die zu mehreren zusammenstehen, sind kurz, schmal und etwas fleischig. Die zierlichen Blüten sind nur wenige Tage zu sehen. Ende Juni sind die Pflanzen schon wieder vertrocknet. Die graugrünen Blätter des Silbergrases bleiben länger erhalten. Sie bilden starre, kleine, aber kompakte Polster. Mit seinem feinen, dichten Wurzelwerk trägt das Silbergras zur Befestigung von lockeren Dünensanden bei. Eine ähnliche Funktion haben die langen, unterirdisch kriechenden Ausläufer der Sand-Segge, die sich alle 5-10 cm bewurzeln und oberirdische Stengel ausbilden. Die Stengel stehen oft in meterlangen, schnurgeraden Reihen. Viele Sandpflanzen haben eine graue Farbe, die von vielen kleinen, für das menschliche Auge nicht erkennbaren Härchen herrührt. Dieser silbrige Haarfilz reflektiert einen großen Teil des Sonnenlichtes und verhindert so eine zu starke Erwärmung der Pflanze. Pflanzen mit dieser speziellen Anpassung, wie z.B. das Kleine Filzkraut oder das Mausohr-Habichtskraut, verdunsten weniger Wasser. |