Fleischfresser im Heidemoor
Rundblättriger Sonnentau
Rundblättriger Sonnentau (© Peter Rüther, Biologische Station Senne)

Regenwassermoore - und damit auch die charakteristischen Heidemoore der Senne - sind Grenzstandorte für Pflanzen. Die Umweltbedingungen sind in mehrfacher Hinsicht so extrem, dass nur wenige Blütenpflanzen damit zurechtkommen. Standorte von Regenwassermooren zeichnen sich durch anhaltende Nässe aus, daher vielfach auch durch mangelnde Durchlüftung, durch niedrige pH-Werte und Mangel an Nährstoffen, vor allem Stickstoff.

Im Frühjahr erwärmen sich Regenwassermoore wegen der schlechten Wärmeleitfähigkeit des Wassers nur sehr langsam; die Pflanzen entwickeln sich daher zu Beginn der Vegetationsperiode deutlich schlechter als Pflanzen, die nicht auf solchen "kalten" Standorten wachsen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Mangel an Stickstoff. Er ist der entscheidende Faktor für das Pflanzenwachstum im Regenwassermoor. Die Sonnentau-Arten versuchen, auf eine für Pflanzen ungewöhnliche Art, mit dieser Mangelsituation zurechtzukommen: Sie locken mit Hilfe von klebrigen Tröpfchen, die Tau oder Nektar vortäuschen, hungrige Insekten an, die dann auf den Blättern festkleben. Das zappelnde Tier löst im Sonnentau-Blatt einen Bewegungsreiz aus, das Blatt schließt sich um das Opfer und - unterstützt durch Verdauungssäfte - werden die für die Pflanze verwertbaren Nährstoffe "herausgesaugt".

Mittlerer Sonnentau
Mittlerer Sonnentau (© Peter Rüther, Biologische Station Senne)

Pflanzen von Regenwassermooren zeigen in ihrem Bau einige Merkmale, die ansonsten für Arten sehr trockener Standorte typisch sind (z.B. harte, ledrige Blätter oder Rollblätter). Dies hat im 19. Jahrhundert zu einiger Verwirrung geführt, da es doch im Moor Wasser im Überfluß gibt. Inzwischen weiß man, dass diese Eigentümlichkeiten im Bau der Pflanzen durch Stickstoff-Mangel hervorgerufen werden. Die einzigen Hochmoor-Pflanzen, die nicht diese Merkmale aufweisen, sind Sonnentau-Arten, und die verschaffen sich ihren Stickstoff ja durch Insektenfang.