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| Wind und Wasser formen Dünen und Täler - die Entstehung der Senne |
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Eine landschaftliche Besonderheit der Oberen Senne sind ihre Dünen. Sie gehören zu den ältesten Binnendünen Nordwestdeutschlands. Ähnlich wie die Dünen an den Meeresküsten werden auch Binnendünen vom Wind aufgeweht. Das kommt vor allem dann zustande, wenn keine schützende Vegetationsdecke den Erdboden bedeckt und den Sand festhält. Die früheste bisher nachgewiesene Bildung von Dünen der Senne fällt in die letzte Phase der Weichsel-Kaltzeit vor 10 - 11.000 Jahren. Dünen dieses Alters befinden sich im Naturschutzgebiet "Furlbachtal" und in der Gemeinde Hövelhof (Alkenbrink und Hasendorfdünen). Es gibt aber auch jüngere Dünen, die eine Folge der menschlichen Bewirtschaftung sind. Durch die Rodung von Wald, das Einebnen von Dünen für die Anlage von Äckern und das Plaggen von Heideflächen wurde der Boden entblößt und die Auswehung von Sand gefördert. Örtlich dauerte diese Phase der Dünenbildung noch bis in das 19. Jahrhundert. Sie wurde erst durch die großflächigen Aufforstungen mit Wald-Kiefern in der Mitte des 19. Jahrhunderts beendet. Sandaufwehungen, sog. Flugdecksande, findet man auch in den Tälern des Teutoburger Waldes, teilweise sogar bis in die Nähe des Gebirgskammes. Von der Geländeform her gesehen bilden Ausblasungswannen das Gegenstück zu den Dünen. Hier handelt es sich um Mulden im Gelände, die dadurch entstanden sind, dass der Sand aus ihnen ausgeblasen und zu Dünen aufgeweht wurde. Sie sind demnach genauso alt wie die Dünen in ihrer Nähe. Die Bildung der ältesten Ausblasungswannen fiel in einen vergleichsweise trockenen Klimaabschnitt. Mit dem Ansteigen der Temperaturen nahm der Pflanzenbewuchs zu und der Grundwasserspiegel stieg an. In den Ausblasungswannen konnten Tümpel, Heideweiher und Heidemoore entstehen. Diese gehören heute zu den empfindlichsten Lebensräumen der Senne, weil sie durch Entwässerung einfach zu vernichten sind. Schon das Betreten kann die zarten Moorpflanzen zerstören. Eine andere auffällige landschaftliche Erscheinung der Oberen Senne sind ihre Täler. Die Sennebäche fließen hier in bis zu 10 Meter tief in den Sander eingeschnittenen Kastentälern, die in manchen Fällen schluchtartige Formen annehmen können. Die Form der Kastentäler ist nur zum Teil natürlichen Ursprungs. Wo die Menschen die Aue dieser Täler verbreiterten, um Wiesenflächen zu schaffen, entstand das typische Kastenprofil. Man stach von den Talrändern Sand ab und brachte ihn am Grund des Tales wieder auf. Auf diese Weise erhielt man eine größere Grünlandfläche. Die Quellen der Sennebäche liegen alle etwa zwischen 150 und 160 Meter Meereshöhe. Aber auch oberhalb dieser Linie gibt es Täler mit steilen Rändern, die allerdings kein Wasser führen. Diese Trockentäler entstanden durch Erosion bei heftigen Regenfällen, was teilweise bis in die Gegenwart beobachtet werden kann. Sie münden in der Regel in wasserführende Täler. In alten Karten werden sie als "Sandläufe" bezeichnet. Ab etwa 110 bis 115 Meter Meereshöhe wird das Gefälle so gering und die Bäche fließen so langsam, daß der mitgeführte Sand aus der Oberen Senne wieder abgelagert wird. Wir befinden uns in der Unteren Senne. An einigen Stellen blieb so viel Sand liegen, daß die Bäche inzwischen ein bis zwei Meter über ihrer Umgebung in sog. Dammbetten verlaufen. Dieses Phämomen kann man z.B. an Furlbach und Ems westlich der Linie Kaunitz-Hövelhof erkennen. Ähnlich wie bei der Entstehung der Kastentäler hat der Mensch auch bei der Herausbildung der Dammbetten geholfen. |